VR Bank HSH eG – Umbau Filiale Bad Friedrichshall
Weiterbauen statt neu bauen
Die Geschichte des Bankstandorts in Bad Friedrichshall reicht bis ins Jahr 1967 zurück. Damals entstand das erste Gebäude der Volksbank an dieser Stelle. 1973 folgte eine Erweiterung, 1992 wurde schließlich das gesamte Grundstück überbaut und die verschiedenen Bauabschnitte zu einem Gebäudekomplex zusammengeführt.
Für die Neugestaltung der Filiale stand deshalb zunächst die Frage im Mittelpunkt, wie sich die vorhandene Bausubstanz sinnvoll weiterentwickeln lässt. Die Analyse der Baugeschichte führte zu einer klaren architektonischen Idee: Der ursprüngliche Baukörper von 1967 wird wieder herausgearbeitet, in seiner Kubatur erhalten und in eine zeitgemäße Architektur überführt. Lediglich das Staffelgeschoss wurde neu errichtet.
Eine Filiale für zeitgemäße Beratung und Zusammenarbeit
Neben dem behutsamen Umgang mit dem Bestand galt es, das umfangreiche Raumprogramm in eine moderne Bankfiliale zu übersetzen. Ziel war eine klare und offene Gestaltung, die Orientierung gibt und eine angenehme Atmosphäre für Kundinnen und Kunden ebenso wie für die Mitarbeitenden schafft.
Im Mittelpunkt stehen zeitgemäße Arbeits- und Beratungswelten und eine räumliche Struktur, die Kommunikation auf Augenhöhe unterstützt. Persönliche Beratung, digitale Angebote und unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit finden ihren Platz innerhalb eines klar gegliederten Gesamtkonzepts.
Damit folgt die Filiale einem Ansatz, den KREOR unter „Banken bauen in Zukunft“ bereits für zahlreiche Kreditinstitute entwickelt und realisiert: Bankfilialen bleiben wichtige persönliche Anlaufstellen, verändern aber ihre Funktion und ihre räumlichen Anforderungen. Architektur und Innenarchitektur müssen diesen Wandel aufnehmen und entsprechende Räume schaffen.
Bestand erhalten, Energiebedarf reduzieren
Der weitgehende Erhalt der vorhandenen Gebäudesubstanz war zugleich ein wesentlicher Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzepts. Anstatt den Bestand durch einen Neubau zu ersetzen, konnte ein großer Teil der bereits im Gebäude gebundenen grauen Energie erhalten werden.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch die energetische Ertüchtigung des Gebäudes. Eine hocheffiziente Dämmung von Fassade und Fenstern reduziert den Energiebedarf. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Wärmepumpe. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom, der vorrangig direkt im Gebäude genutzt und bei Überschüssen ins Netz eingespeist wird.
So ist aus einem fast 60 Jahre alten Baukörper eine moderne Bankfiliale entstanden, die ihre Geschichte nicht versteckt, sondern als Grundlage für ihre Weiterentwicklung nutzt.
2025 – 2026
LPH 1-9